Freie Vereinigung von Amateur-Photographen zu Hamburg, gegründet 1898

Mitglied im Deutschen Verband für Fotografie - DVF

Die Entstehung der Freien Vereinigung von Amateur-Photographen zu Hamburg, gegründet 1898

Die Freie Vereinigung von Amateur-Photographen zu Hamburg ist aus der 1893 gegründeten >Gesellschaft zur Förderung der Amateur - Photographie< hervorgegangen.
Der Ursprung der Freien Vereinigung ist eine lustige und fantastische Geschichte. Der Dank für die Geburt unserer Vereinigung steht einigen edlen Damen aus bestem Hause zu. Sie haben es in der Tat geschafft, einen Verein zu sprengen, der räumlich und finanziell auf Rosen gebettet war. Und es bleibt festzustellen, dass dieser Club noch heute lebt und im Jahre 2012 114 Jahre alt wird.

An der Stätte klassischen Hanseatentums, im Dachgeschoss des Patriotischen Gebäudes an der Trostbrücke, tagte seit 1893 die erwähnte Gesellschaft von Liebhaberphotographen. Dieser Verein bestand aus namhaften Damen und Herren unserer Stadt Hamburg und des Auslandes. Sein Zweck: Man wollte die “schönen” Künste der noch sehr jungen Photographie fördern. So wurde dann auch der Name die >Förderung< geboren. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten waren tatsächlich Förderer, Idealisten und Gönner. Unter ihnen auch zweihundert Damen. Zu den Repräsentanten der Förderung zählten u.a. als Ehrenpräsident der Bürgermeister Dr. Burchard aus Hamburg, als 1. Vorsitzender der Direktor der Kunsthallen Ernst Juhl aus Hamburg und als 2. Vorsitzender der Arzt Dr. E. Arning aus Hamburg.

Es gab aber auch zahlreiche Ehrenmitglieder, die nicht unerwähnt bleiben sollen: Prof. Dr. Alfred Lichtwark, der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, ferner Alfred Stieglitz, Dr. G. Sieveking, u.v.m.

Es wurde hervorragend fotografiert, erfolgreich verkauft, gefeiert usw. Es ging mitunter sehr lebhaft an der Trostbrücke zu. Meistens waren die Damen in der Überzahl und wurden mit Handküsschen begrüßt. “Mann” erschien im Frack und die Dienerschaft wartete geduldig bis endlich der photographische Plauder- Arbeitsabend sein Ende gefunden hatte. Dieses alles stand unter dem Motto hoher künstlerischer Amateurphotographie.

Die Beiträge waren hoch und manche Damen wohl auch etwas hochnäsig. Kurz, eines Tages platzte dem Kaufmann Seifarth der Kragen. Er hielt eine Brandrede, missbilligte die Anwesenheit der Frauen ohne Kamera in einem Männerverein und bezeichnete sie als die Spalter der Förderung. Es gab hier und da Unstimmigkeiten. Man wollte raus aus der reichen, verkrampften Gezwungenheit. Man wollte ins Freie.

Am 1. Januar 1898 war also die Geburtsstunde der Freien Vereinigung von Amateur-Photographen zu Hamburg.

Dem Kaufmann Seifarth zur Seite stand Heinrich von Seggern als hervorragender Landschaftsfotograf.

Die Vereinigung, die im vorvergangenen Jahrhundert gegründet wurde und stets Anerkennung und viele Erfolge erzielen konnte, hat es sich zur Aufgabe gemacht Tradition zu pflegen.

Verbunden mit diesem Gedanken gebührt auch einem Fotografen, der der erfolgreichste Amateurphotograph ganz Deutschlands war, ein Wort. Edmund Frings -1910 geboren - gehörte über 50 Jahre zur Freien Vereinigung und feierte globale Triumphe. Edmund Frings war ein “Weltbegriff“ und liebenswerter Mensch.

Bedenkt man, was in der Turbulenz dieser über 100 Jahre alten Vereinigung alles in Trümmern versunken ist, erscheint es immerhin bemerkenswert, dass die Liebe zum Bild es immer wieder geschafft hat, eine Gemeinschaft über diese lange Zeit zusammenzuhalten. So können wir heute als ”ältester Fotoclub Norddeutschlands “ voller Stolz feststellen, dass unsere Mitglieder - wir zählen heute rund 20 Hobbyfotografen - die Liebe zur Fotografie nicht verloren haben. Viele Mitglieder unserer Vereinigung haben für ihre herausragenden Leistungen Urkunden und Medaillen erhalten. Der Club selbst wurde im Jahre 1998 anlässlich seines 90jährigen Bestehens mit der Treuemedaille des DVF in Gold geehrt.

 Heute: 113 Jahr alt,
dennoch jung geblieben
heißen wir Sie
Herzlich Willkommen!